Nachrichten

Bürgerdialog der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

„Strukturwandel“ – ein großes Wort, eine große Herausforderung, welcher jedoch nicht hinter verschlossenen Türen, sondern transparent unter Beteiligung der LausitzerInnen vollzogen werden soll.

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Neuer Briefkasten für Welzow

Liebe Welzower Bürgerinnen und Bürger,

vielleicht ist es dem ein oder anderen bereits aufgefallen, vor dem Rathaus steht nun auch ein blauer Briefkasten. In Absprache mit der Firma RPV haben wir als Stadt einen weiteren RPV-Briefkasten-Standort in Welzow geschaffen.

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Wohnen in der Zukunft

Geplanter Themenabend muss leider verschoben werden.

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Neue Landschaft Welzow - Veranstaltungen

Weitere Veranstaltung für interessierte Bürger im Rahmen der Geodesign-Studie geplant

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Zukunftsmodell Neue Landschaft Lausitz

Neues vom Zukunftsmodell Neue Landschaft Welzow

Digitale Auftaktveranstaltung am 10. Dezember 2020

 

Mit einer digitalen Podiumsdiskussion hat das Projekt Zukunftsmodell Neue Landschaft Welzow seinen Auftakt für zwei intensive Jahre in Welzow gefeiert. Neben den anregenden inhaltlichen Beiträgen hatten auch die zugeschalteten Teilnehmer*innen die Möglichkeit sich einzubringen. Zeitweise sind es mehr als 40.

 

Während sich der Spremberger Moderator Markus Füller mit der Bürgermeisterin Birgit Zuchold und der Projektleiterin Dr. Christine Fuhrmann im Excursio in Welzow trifft, werden die Podiumsteilnehmer*innen zugeschaltet.

 

Mit dem Projekt, erklärt die Projektleiterin, startet die öffentliche Debatte zur neuen Bergbaufolgelandschaft. Dieser bedeutende strukturelle Gestaltungsprozess ist eine Gemeinschaftsaufgabe und das transdisziplinäre Beteiligungsprojekt bietet die Plattform, um diesen Dialog zu führen. Die Neue Landschaft Welzow übernimmt eine Schlüsselrolle, denn sie soll zugleich Grundlage für neue Wertschöpfungsketten in der Stadt nach dem absehbaren Ende der Braunkohleförderung sein. Für die Stadt und die Akteure der Region besteht in den kommenden 5 bis 7 Jahren die einmalige Gelegenheit, einen ganzen Landschaftsraum komplett neu zu erschaffen.

 

Unterstützung bieten die Forschungseinrichtungen und die BTU im Rahmen der WIR-Bündnis Initiative Land-Innovation-Lausitz (LIL). Mit ihrer wissenschaftlichen Expertise tragen sie entscheidend dazu bei, neueste Erkenntnisse aus der Forschung in die aktuelle Planung für die zu entwickelnden Landnutzungskonzepte mit einfließen zu lassen. Gleichzeitig können im Zuge der Rekultivierung innovative Anbaukonzepte wissenschaftlich erprobt und damit neue Erkenntnisse in der Forschung gewonnen werden.

 

Christine Fuhrmann ist sich sicher, dass zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie örtlichen Interessensvertretern, Einrichtungen und Unternehmen neue innovative Ideen für die Zukunft der Region entstehen und gemeinsam auch umgesetzt werden. Nicht nur Welzow, so die Landschaftsarchitektin, sondern auch das Umland können mit dem Gestaltungsprozess zu einem Vorbild für andere Regionen werden.

 

Das interdisziplinäre Beteiligungsprojekt baut auf der Entwicklungskonzeption Neue Landschaft Welzow auf. Durch den Einsatz der Geodesign-Methode wird der bereits begonnene Landschaftswandel mittels Modellen und Diagrammen aufgearbeitet und visualisiert. Szenarien sollen simuliert, auf ihre Machbarkeit hin durchgespielt werden.

 

Dadurch können verschiedene Möglichkeiten der Folgenutzung besser nachvollzogen, strukturiert diskutiert und verhandelt werden.

 

Dr. Bartlett Warren-Kretzschmar von der Leibniz-Universität Hannover erläutert die Geodesign-Methode. Sie soll die Experten und die Welzower als Interessenvertreter vor Ort zueinander bringen. Mit der Methode sollen nicht nur Ideen gesammelt werden, sondern es soll auch überlegt werden, wer dafür beteiligt werden muss, wer Projekte umsetzen kann und wie sie finanziert werden, betont Warren-Kretzschmar. Szenarien sollen simuliert, auf ihre Machbarkeit hin durchgespielt werden.

 

Dr. Thomas Himmelsbach, Leiter der Abteilung für Grundwasser und Boden in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), ist gespannt, ab wann und wie das Wasser kommt. Die Bundesanstalt, die gerade ein Forschungszentrum in Cottbus aufbaut, will sich damit beschäftigen, wie sich das Grundwasser bewegt.

 

„Was in der neuen Landschaft Welzow passiert, hat für mich Blaupausencharakter. Hier werden Weichen gestellt“, sagt Himmelsbach, „wir als BGR kommen jedenfalls, um zu bleiben und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

 

Es sei wichtig, die Menschen einzubeziehen. „Sie haben Wünsche und Erwartungen, sie sollen in der neuen Landschaft leben, dort ihren Lebensunterhalt verdienen.“

 

Die Bürgermeisterin Birgit Zuchold hofft, dass mit der Neuen Landschaft neben Sport- und Erholungsbereichen auch wirklich Arbeitsplätze entstehen, und will deshalb die Landwirte der Region früh in den Beteiligungsprozess einbeziehen: „Sie haben Erfahrung mit den rekultivierten Böden, können in Zusammenarbeit mit den Forschern aber auch völlig neue Pflanzen für sich entdecken.“

 

Sie hofft auch auf den Abrecht-Thaer-Campus, will die Wissenschaftler und Forscher direkt an den Rand der Entwicklung der 120 Hektar großen neuen Landschaft holen, die ab 2021 im Tagebau Welzow-Süd geschüttet werden soll. „Das haben mir für diesen Auftakt auch meine Stadtverordneten ins Buch diktiert“, sagt Zuchold.

 

Was in Richtung Biokunststoffe aus Pflanzen, Mikrosensorik im Boden zu Erkennung von Trockenheit, Nährstoffmangel und Pflanzenkrankheiten bis hin zum Anbau von Trüffeln im Rahmen des WIR-Bündnis LIL bereits erforscht wird, zählt Dr. Thomas Maurer aus dem WIR!-Konsortium auf.

 

Thomas Neumann vom Bergbauunternehmen LEAG bestätigt, dass der Roh-Boden für die neue Landschaft ein schwacher sein wird: „Das erste Lausitzer Flöz wurde hier bereits vor dem Krieg gewonnen. Wir haben es deshalb mit Altkippen und einem tertiären Mischsubstrat, das teilweise tonig-schluffig ist, zu tun. Und es ist das saure Tertiär, weshalb wir auch kalken. Aber wir haben damit Erfahrung und ein sehr bewährtes Verfahren. “ Die Schüttung der neuen Landschaft ist von der LEAG fest geplant. Ende 2018 hatte Welzow dem Bergbauunternehmen das gewünschte Relief mit den vier Terrassenstufen überreicht. Von 2021 bis 2024 soll verkippt werden und sich das Planieren (2022 bis 2024) auch gleich anschließen. Anschließend werden die Kippsubstrate untersucht. Mit den Ergebnissen wird berechnet, wie hoch der Kalk- und Nährstoffbedarf ist. Zu diesem Zeitpunkt seien auch bereits die Ziele, die sich in der Geodesign-Methode herauskristallisieren, wichtig, so Neumann.

 

Dank an alle Akteure, die an der Auftaktveranstaltung mitgewirkt haben!

 

Vielen Dank dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die finanzielle Unterstützung.

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